romeoundjulia9a

Startseite » Text und Themen

Archiv der Kategorie: Text und Themen

Kontraste im Stück „Romeo und Julia“

Shakespeares „Romeo und Julia“ – Ein Stück voller Kontraste und Gegensätze !?

Das Stück „Romeo und Julia“ ist durchzogen von einer Reihe von Kontrasten. Diese prägen den gesamten Handlungsverlauf. Zum einen bauen sie Spannung auf, zum anderen verdeutlichen sie das Aufeinanderprellen einer heilen, von Liebe erfüllten und einer zerstörerischen, von Hass geprägten Welt, in welcher sich das Liebespaar bewegt.

Im Folgenden werden die Kontraste anhand von Schülerarbeiten näher erläutert sowie durch Textstellen belegt (Ausgabe: Shakespeare, William: Romeo und Julia. Hamburger Lesehefte Verlag, Husum, Nordsee.)

Kontraste 1

Eine der am beständigsten benannten Antonomien ist die von Leben und Tod. Sie findet sich wieder in der von Bildern des Todes durchzogenenen Sprache des Stücks. Der Tod wird im Laufe der Handlung sogar zur handelnden Figur, wenn er als Julias Bräutigam an ihrem Totenbett auftriftt, Lebende frisst oder auf dem Schlachtfeld kämpft.

Der Gegensatz spitzt sich insbesondere auch in der Figur der Julia, welche durch die Einnahme des Schlaftranks scheinbar tot und doch lebendig ist.

Trotz der Katrastrophe und dem Tod der unsternverfolgten Liebenden, endet das Stück hoffnungsvoll, einen Ausblick gebend auf ein friedvolles Leben der Familien miteinander.

Kontraste 2

Der Kontrast von Liebe und Hass ist derjenige, der die Handlung überhaupt erst ins Rollen bringt und schließlich in der Katastrophe mündet. Die Liebe der beiden Hauptfiguren Romeo und Julia, welche verfeindeten Adelshäusern angehören, ist von einer hasserfüllten Umgebung bedroht. Immer wieder fürchtet Julia Romeos Tod bei dessen Entdeckung durch ihre Gefolgsleute. Der hasserfüllte Ehrenkodex der Edelleute Veronas zerstört dabei nicht nur die Liebe zweier junger Menschen, sondern bedeutet zugleich den Tod zahlreicher Figuren des Stücks.

Durch den Hass der Familien werden die beiden Nachkommen der Adelshäuser in den Tod getrieben. Diese durch den Hass ausgelösten Tode sind es aber auch, welche letztendlich zur Versöhnung der Familienoberhäupter  führt.

Kontraste 3

Der Gegensatz der Dunkelheit der Nacht und des Lichts des Tages durchziehen das Stück nicht nur in Form glitzernder Augen, durch die Erwähnung von Juwelen, Sternen, Feuer, Blitz und explodierendem Schießpulver, sondern auch durch Bilder der Nacht, der Wolken, des Rauches und Schwarz des Grabes. Stetig werden die Sonne als Raum der Öffentlichkeit und der Mond als Raum der Privatheit kontrastiert. Die aufgehende Sonne verheißt die Entdeckung der heimlichen Liebesbeziehung, während der Mond als Markenzeichen der Nacht Möglichkeit zur Zweisamkeit der beiden jungen Liebenden bietet.

Kontraste 4

Schon im Vorspruch werden Romeo und Julia als „unsternverfolgtes“ Liebespaar bezeichnet. Ihr Glaube daran, dass das Schicksal das Leben bestimmt, durchdringt den gesamten Handlungsverlauf. So befürchtet Romeo bereits vor dem Betreten des Fests der Capulets, dass das Schicksal Unheilvolles für ihn bereithält. Auch Julia hat die dunkle Vorahnung, dass ihnen nach der ersten und einzigen Liebesnacht Schlimmes bevorstehen wird.

Letztlich versuchen Romeo und Julia vergeblich dem Rad der Fortuna, das auch ihre Träume und Vorahnungen durchkreuzt, zu entkommen.

Kontraste 5

Die Handlung des Stücks wechselt stetig zwischen Außen- und Innenräumen, zwischen öffentlichen und privaten Räumen. Während die Öffentlichkeit die gewaltvollen Ereignisse der Stadt Verona (Kampfszenen auf dem öffentlichen Platz, das Fest der Capulets, etc.) beherbergt, bieten die privaten Räume Platz für intime Szenen, welche sich zwischen dem Liebespaar abspielen (Liebesszenen im vom Mondlicht durchfluteten Garten, in Julias Schlafzimmer oder im Haus der Capulets).

Der Wechsel zwischen privaten und öffentlichen Treffen ist symbolisch für die Spannung des Stücks, welche sich in folgenden weiteren Gegensatzpaaren fortsetzt:

– Loyalität der Familien (Montagues und Capulets) vs. Loyalität der Liebenden (Romeo und Julia)

– Freiheit der Liebe vs. Auflagen der Gesellschaft

– männliche Dominanz und Gewalt vs. Vision der Gleichheit der Geschlechter (Romeo und Julia).

Der Vorspruch

Der Vorsprecher tritt auf…

http://www.youtube.com/watch?v=T3PIhGgtWTs